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Ratgeber Unterhalt

In unserem Ratgeber Unterhalt erläutern wir Ihnen im Überblick eventuell zustehende Ansprüche auf Kindesunterhalt, Trennungsunterhalt während der Trennung und nachehelicher Unterhalt nach Ihrer Scheidung online. Bei weitergehenden Fragen  und für konkrete Unterhaltsberechnungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns einfach per email oder unser Kontakt-Formular oder rufen Sie uns über unsere Zentralrufnummer 0351 26 734 999 an.

 

Ab wann kann Unterhalt verlangt werden?

 

Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt sind zahlbar von dem Moment an, in dem die Eltern getrennt leben. Wenn allerdings nach der Trennung zunächst kein Unterhalt geltend gemacht wird, kann dieser rückwirkend – also für die Vergangenheit – grundsätzlich nicht geltend gemacht werden.

 

Unterhaltsansprüche können erst von dem Monat an geltend gemacht werden, in dem der Unterhaltspflichtige schriftlich aufgefordert wurde, Auskunft über sein Einkommen zu erteilen und Unterhalt zu bezahlen. Es kommt darauf an, an welchem Tag der Unterhaltspflichtige das entsprechende Schreiben erhält.

 

Gern können wir ein entsprechendes Auskunftsschreiben für Sie fertigen. Kontaktieren Sie uns hierzu unter 0351/815050.

 

 

Kindesunterhalt

 

Unterhalt für minderjährige Kinder ist zahlbar, sobald die Eltern getrennt leben. Der Elternteil, in dessen Haushalt die Kinder leben, erbringt Unterhalt durch Betreuung der Kinder. Der andere Elternteil ist verpflichtet, Unterhalt in Geld zu leisten. Die Zahlungen haben zu erfolgen an den Elternteil, in dessen Haushalt die Kinder leben. Die Höhe des zahlbaren Unterhalts richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Je höher das Einkommen ist, desto höher ist der zahlbare Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle.

 

Kindergeld

Berechtigt zum Bezug des Kindergeldes ist der Elternteil, in dessen Haushalt die minderjährigen Kinder leben. Bei dem anderen Elternteil erfolgt eine Anrechnung der Hälfte des Kindergeldes über den zahlbaren Unterhalt. Die Anrechnung erfolgt damit beim zahlbaren Unterhalts mit einem Betrag von 92,-- € monatlich (= hälftiges Kindergeld für das 1. bis 3. Kind) bzw. 97,-€ monatlich (= hälftiges Kindergeld für das 4. und jedes weitere Kind). Die Kindergeldanrechnung verringert also den zahlbaren Kindesunterhalt.

 

Der notwendige Selbstbehalt der Eltern muss gewahrt werden. Das bedeutet, dem unterhaltspflichtigen Elternteil muss auch nach Abzug des Unterhaltes ein bestimmtes Nettoeinkommen monatlich verbleiben. Der notwendige Selbstbehalt gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern beträgt bei nichterwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 770,-- € und bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 900,-- €.

 

Gegenüber minderjährigen Kinder besteht jedoch eine gesteigerte Erwerbsobliegenheit des barunterhaltspflichtigen Elternteils. Er muss daher mit seinem möglichen erzielbaren monatlichen Einkommen den Mindestunterhalt sichern. Es kann ihm bei Verletzung der Erwerbsobliegenheit ein fiktives Gehalt zugerechnet werden, welches der Unterhaltsberechnung zugrunde gelegt wird. Damit kann der tatsächliche Selbstbehalt unterschritten werden.

 

Bei Unterhaltsverfahren sollte immer anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden, sollte eine Berechnung durch das Jugendamt scheitern. Bei einem gerichtlichen Verfahren auf Geltendmachung des Kindesunterhalts vertritt derjenige Elternteil das Kind, in dessen Obhut das Kind lebt, es bedarf auch hier einer anwaltlichen Vertretung (Anwaltszwang im Unterhaltsverfahren).

 

 

Trennungsunterhalt

 

Während der Trennungszeit bis zur Rechtskraft der Scheidung hat der Ehegatte mit dem geringeren Verdienst möglicherweise einen Anspruch gegen den anderen Ehegatten auf Trennungsunterhalt.

 

Die Höhe des Unterhaltsanspruchs richtet sich danach, wie die Einkommensverhältnisse der Eheleute vor der Trennung waren. Der Lebensstandard soll soweit wie möglich unverändert bleiben gegenüber der Zeit vor der Trennung. Es wird also ermittelt, wie viel Geld die Ehegatten vor der Trennung unter Berücksichtigung etwaiger Schulden und unter Berücksichtigung von Kindesunterhalt monatlich zur Verfügung hatten.

Beispiel: Herr Müller verdient netto 1.500,-- € und Frau Müller verdient netto 1.200,-- €. Kreditverbindlichkeiten bestehen nicht. Die Eheleute Müller haben keine Kinder. Da Herr Müller 300,-- € mehr als seine Frau verdient, muss er seiner Frau Trennungsunterhalt zahlen in Höhe von 3/7 des Betrages, den er mehr verdient. 300,-- € x 3/7 = 128,57 €.

 

Bei der Berechnung des Einkommens der Ehegatten wird das Nettoeinkommen der vergangenen 12 Monate addiert (bei Selbständigen die letzten 3 Jahre) und anschließend durch 12 geteilt (bzw. bei Selbständigen durch 36), so dass ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen errechnet wird, in dem mögliche Sonderzahlungen des Arbeitgebers – wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld – enthalten sind. Von diesem durchschnittlichen Einkommen werden abgezogen etwaige monatliche Kreditverbindlichkeiten, etwaige Gewerkschaftsbeiträge und berufsbedingte Aufwendungen, z. B. für Fahrtkosten von der Wohnung zur Arbeitsstätte. Wenn Kindesunterhalt zahlbar ist, wird zunächst der zahlbare Kindesunterhalt – ohne Kindergeldanrechnung – vom Einkommen abgezogen. Ebenso können eheprägende Verbindlichkeiten und Schulden abgezogen werden.

 

Wer keine Miete zahlen muss, da er im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, hat unterhaltsrechtlich einen sog. Wohnwertvorteil, der das Einkommen erhöht.

Der angemessene Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen muss auch gegenüber dem getrennt lebenden Ehegatten gewahrt werden. Ihm muss ein bestimmtes Nettoeinkommen monatlich verbleiben, derzeit 1.100 EUR.

Nachehelicher Unterhalt

Nach Rechtskraft der Scheidung online hat möglicherweise der geringverdienende Ehegatte gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf nachehelichen Unterhalt = Ehegattenunterhalt, wenn ein Anspruchstatbestand erfüllt ist.

Vorrangig ist der Unterhaltsanspruch wegen Betreuung eines minderjährigen gemeinsamen Kindes. Der Elternteil, der das Kind betreut und dadurch keiner Volltagstätigkeit nachgehen kann und daher einen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt gegen den anderen Ehegatten hat.

Es besteht ebenfalls ein Unterhaltsanspruch nach Rechtskraft der Scheidung online, wenn ein Ehegatten einen ehebedingten Nachteil nachweisen kann, z.B. wegen Betreuung der minderjährigen Kinder in der Ehe oder dem Lebensmodell der Alleinverdienerehe.

Auch bei langer Ehedauer oder Krankheit eines Ehegatten kommt ein Unterhaltsanspruch nach Rechtskraft der Scheidung online in Betracht.

 

Die Berechnung erfolgt wie beim Trennungsunterhalt (siehe Ausführungen oben), der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Ehegatten muss gewahrt bleiben.

 

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